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EDC (EveryDayCarry)

[Aktualisiert 2012, siehe Info(*) am Ende]

Man hört ja viel über EDC´s, also die sogenannten EveryDayCarry´s.

Und man hört viel Mist darüber!

Ein EDC, so wie ich es verstehe, ist KEIN Überlebenskit für Endzeitfreaks! …zumindest nicht für mich.

Für mich stellt es eher einen kleinen universellen Werkzeugkoffer dar.

Ich habe das EDC auch nicht, wie andere, tagtäglich bei mir.

Es wird nur bei Outdoortouren oder Wanderungen abseits der Zivilisation mitgenommen.

Schaut man mal im Internet, wird man nahezu von einer unüberschaubaren Vielfalt erschlagen.
Da gibt es minimalistische EDC´s, welche in einer Handfläche Platz finden und natürlich auch das Gegenteil, nämlich schon fast komplette Survivalausrüstungen.
Was trägt man also auf Outdoortouren mit sich herum?

Ein EDC kann eine Survival-Ausrüstung sein, muss es aber nicht.

Über die EDC´s anderer zu diskutieren macht wenig Sinn, da sowohl die Beweggründe, die Überzeugungen und letztendlich ja die EDC´s selbst einfach zu verschieden sind. Ich gehe da nach dem Motto “Jedem das Seine….”.

Was braucht man denn überhaupt?

Mein EDC-2012/2013* sieht z.B. so aus:

Es hat im Gegensatz zum Anschein wirklich sehr kleine Abmessungen und passt locker in eine Jeanshosen-Tasche. Die Zusammenstellung der einzelnen Komponenten ist ein Kompromiss aus Packmaß und Notwendigkeit. Trotzdem ist dieses EDC so ausgestattet, dass man alles dabei hat, was man sozusagen in einem Notfall braucht, um “drauf aufzubauen”:

  1. Wachs-Pad (siehe:Selfmade-Anzündhilfe )
  2. Funkengeneratorstab (franz. Armeeausführung)
  3. Neopren-Minibag
  4. Blue ParaCord 550 (US)
  5. Victorinox Swisstool CS
  6. Tampon (u.a. NUR als Zunderersatz, siehe Info am Ende)**
  7. Kleinteile wie (Draht, Büroklammer, Sicherheitsnadeln)
  8. Micropur Forte MFT (1 Tablette für je 1ltr. Wasser)

Ich habe in meinem EDC (meiner Meinung und Erfahrung nach) alles, was ich brauche.

Natürlich gehen die Meinungen über die EDC´s sehr weit auseinander.

Selbst meines hier wurde schon mehrfach von diversen “Experten” kritisiert ;-)

Oft ergeben sich sogar sehr diffuse Diskussionen über Sinn, Unsinn und Umfang der Ausstattung.
Erst kürzlich las ich eine Diskussion darüber, dass ein EDC doch eher “romantischen Survival- oder Outdoor-Charakter” besäße und an der Realität vorbei gehen würde….ein Feuerzeug täte es ja auch….

Das sehe ich aufgrund langjähriger Erfahrung grundsätzlich anders.

Nehmen wir als Beispiel ein Teil meines EDC, den Feuerstarter.

Selbstverständlich habe ich auch immer ein ganz normales Gasfeuerzeug in der Hosentasche, im Sakko oder in der Jacke.
Damit läßt sich einfach und bequem ein Feuer entfachen, darüber muss man garnicht diskutieren.

Ich habe meine EDC-Ausstattung über viele Jahre optimiert und unter Realbedingungen mehrfach getestet.
Es ist also nicht einfach eine nachgeplapperte oder abgekupferte Ausstattungsliste, sondern das Ergebnis jahrelanger Versuche und Realtests.

Ich gehe grundsätzlich erst einmal davon aus, dass eigentlich niemals eine Situation eintreten wird, in der ich das EDC wirklich zum Überleben benötigen werde.

Aber falls eine solche Not- oder Survivalsituation wirklich einmal eintritt, habe ich das EDC, welches mir persönlich und den Personen, die eventuell anwesend sind, dann das Überleben sichert.

In solch einer Situation MUSS ich mich aber auf das EDC absolut blind verlassen können!

Um beim Beispiel zu bleiben, habe ich mit diversen Feuerzeugen (Marken- sowie Noname-Modelle, Gas- und Benzin) teilweise über viele Monate und Jahre Versuche unternommen.
Das Ergebnis war, dass man sich nicht 100% auf Gas- oder Benzinfeuerzeuge verlassen kann.
Zum einen verflüchtigen sich die Brennstoffe auch in dichten Behältern, da KEIN derartiges Feuerzeug technisch daraufhin ausgelegt ist, den Brennstoff über lange Zeit oder ohne Wartung zu halten. Ein Gasfeuerzeug z.B. würde mit einer gasdichten, nichtausgasenden Kunststoff-Ummantelung mehrere Hundert Euro kosten!
Keines der langzeitgelagerten Feuerzeuge bei uns (u.a. auch ein namhaftes B**) hatte nach Lagerzeiten über 12 Monate noch die komplette Füllung.

Bei einem Funkengeneratorstab (Firesteel etc.) sieht es aber ganz anders aus:

Ich kann ihn jahrelang in Wasser lagern, ihn einfrieren, mit dem LKW drüber fahren, ihn ins Feuer werfen (geht tatsächlich!) oder eben ganz einfach in der EDC-Hülle vergessen.

Wenn ich den Funkengenerator benötige, wird er funktionieren! Immer, egal wann!

Vielleicht geht aus dieser kleinen Ausführung/Ausschweifung hervor, was ich von einem EDC erwarte:

Ein EDC muss im Notfall einsatzbereit sein und funktionieren.

Darauf verlasse ich mich.

Natürlich sind Teile wie ein ein Tampon nicht unbedingt notwendig, erleichtern aber so manche Tätigkeit ungemein.

Absoluter Verlass ist aber auf die Grundausstattung: Das Messer, der Funkengeneratorstab, das Wachspad und die Metallteile.

Klar, wer Lust hat, regelmäßig sein EDC zu pflegen, der kann sich natürlich mit einfachen Feuerzeugen etc. behelfen.

Früher, in meiner Kinder- und Jugendzeit, hatte jeder von uns ein Taschenmesser in der Hose, selbst mein Vater und der Opa.

Zu der Zeit gab es immer den erklärenden Spruch “…kann man immer gebrauchen..”.

Da ist was dran oder?

Ein EDC hat bei Outdoor-Unternehmungen deshalb auch seine Berechtigung.

Man kann sich wie die meisten Menschen blindlinks und mit vollem Risiko auf sein Umfeld verlassen (Hilfe von Außen, von Fremden, etc.) oder man kann ein EDC auf einer Tour bei sich tragen.

Stehen größere Exkursionen, Touren oder sonstige geplante Abenteuer/Tätigkeiten an, die auf mehrere Tage oder Wochen ausgelegt sind, so wird man sich wohl entsprechend rüsten.

* * Kleine Info am Rande zum  “Tampon-Märchen” bei militärischen Elite-Einheiten
Es ist ein Gerücht und Märchen, dass Elite-Einheiten oder Spezial-Kommandos Tampons mitführen, um diese im Ernstfall zur Blutstillung in Schusswunden zu stopfen. Immer wieder trifft man auf  “selbsternannte Ehemalige bestimmter Spezialeinheiten”, die in diversen Internet-Foren behaupten, in Ihrer Einheit hätten sie gelernt, Tampons für diesen Zweck mitzuführen. Leute, das ist Bullshit! …und entbehrt jeglicher Tatsachen!
So etwas ist sogar unverantwortlich! Wer sich einen Tampon in eine Schusswunde stopft, hat dadurch anschließend mehr Probleme als Nutzen.

* EDC-2012
Ja, wer mein bisheriges EDC kannte, wird festgestellt haben, dass sich doch daran ein wenig geändert hat.
Für alle Anderen hier die vorgenommenen Änderungen und warum ich diese durchgeführt habe.

Tausch Messer gegen Multitool
Weil ich erfahrungsgemäß öfter in urbaner Gegend unterwegs bin und somit ein Multitool viel praktischer ist als ein “normales” Messer.

Wegfall des Kondoms
Weil ich lange Zeit auch einfach ungeprüft nachgeäfft habe, was von diversen “Survival-Päpsten” so empfohlen wurde. Ich habe aber in realen Situationen und Tests festgestellt, dass ein Kondom einfach nur Mist ist.

Wachspads auf ein Exemplar reduziert
Weil ich ebenfalls im Realtest festgestellt habe, dass für das Feuer anzünden (auch unter schlechten Bedingungen) ein Viertel eines Wachspads reicht (also reicht logischerweise 1 Pad für 4 Feuer).

Lanyard (selbstgeknüpft) aus ParaCord III/36-1 gegen Blue Paracord 550 (US) getauscht
Weil ein Lanyard zwar toll und wichtig aussieht, aber in der Realität der geringe Längengewinn nicht den “knubbeligen” Tragekomfort aufwiegt. Im Klartext: Das Blue Paracord 550 in loser Form nimmt bei gleicher Nutzungslänge auch noch weniger Platz weg.

Kommentare (2)

  • Achim Levi Survival Experte

    |

    Kleine Anmerkung zum üben:

    man nehme das hier beschriebene Kit und versuche damit im heimischen Wald eine Nacht zu überstehen. Ich denke einem geübten Menschen wird das selbst im Winter gut gelingen.

    Nächste Übung. Gleiche Kit aber wir inszenieren das der Funkengenerator fehlt. Also musst du dir eine andere Lösung einfallen lassen.

    Weitere Übungen. Mehr und mehr sollst du auf die Sachen verzichten und wirst so angehalten quasi ein Ersatz für dein Kit zu finden bis das du in gewissem Sinne ganz auf dein Kit verzichten könntest.

    Aber damit nicht genug. Jetzt hast du für jedes fehlende Teil ein Ersatz. Jetzt suche für diesen Ersatz wieder Ersatz usw. usw.

    Und selbst dann nicht genug geübt. Ändere die Situationen. Statt ein sommerlicher Tag wähle einen eisigen Wintertag oder einen regnerischen Herbsttag. Du kannst diese Übung bist fast in die Unendlichkeit ausbauen aber ich denke Sinn und Zweck der Übung wird man verstanden haben,.

    …angemerkt: der ultimative Gedanke dazu hatte ich schon in sehr jungen Jahren aber erst so richtig bewusst wurde mir das alles als ich im KZ nackt, gedemütigt, gefoltert und am scheinbar Ende aller Kräfte auf dem Boden lag und merkte das ich noch lebte und mich fragte warum lebe ich noch, hat es ein Sinn zu leben, was brauche ich denn zum leben.

    Diese doch eher schreckliche Lage brachte mir aber den positiven Aspekt das ich einen Wert und Sinn erkannte, das ich lernte selbst nackt und am Boden liegend überleben zu wollen. Das mache ich seit dieser Zeit auch wenn ich danach ganz andere oft schreckliche Extreme erleben musste. Was man braucht ist lediglich der Wille und weniger ein Kit.

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